Raed Alhanna


Über die Externenprüfung in den Beruf

Raed Alhanna (Elektroniker Energie und Gebäude, Syrien)

Seit drei Monaten arbeitet Raed Alhanna mittlerweile als Elektroniker Energie und Gebäude bei der Horst Busch Planung, Personal & Technik GmbH & Co.KG in Hamburg. Er ist stolz auf das, was er in kurzer Zeit in Deutschland erreicht hat. Der Weg dorthin war nicht einfach. Geboren und aufgewachsen ist der 40-Jährige in Syrien. Mit zwölf Jahren begann er, seinem Vater bei der Arbeit zur Hand zu gehen. Von ihm lernte er das Elektro-Handwerk. Dabei hat Herr Alhanna es aber nicht belassen. Nach dem Abitur studierte er und schloss das Studium erfolgreich mit einem Bachelor in Mathematik und Informatik ab. Während seines Studiums in Syrien war Herr Alhanna weiterhin als Elektrohelfer tätig. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Mathematiklehrer und selbstständig als Programmierer.

Auf Grund des andauernden Bürgerkriegs in Syrien musste Raed Alhanna flüchten und seine Heimat zurück lassen. 2016 erreichte er Deutschland und stellte seinen Asylantrag. Deutsch zu lernen hatte für Raed Alhanna Priorität. Da er nicht gleich mit einem Deutschkurs beginnen konnte, eignete sich der ambitionierte Syrer zunächst eigenständig Sprachkenntnisse an – über Videos bei YouTube und auf Facebook.

Nachdem er seinen Aufenthaltstitel erhalten hatte, wurde Herr Alhanna in das Programm W.I.R – work and integration for refugees der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) aufgenommen. Das Projekt Mission Zukunft – Beratung über Anpassungs- und Nachqualifizierung in Hamburg ist ein Kooperationspartner des W.I.R-Netzwerks. Am Standort Millerntorplatz führt Mission Zukunft Qualifizierungsberatungen durch und ist auch im Unternehmensservice vertreten. Nach einem Praktikum als Elektrohelfer wurde er durch die Berater in den Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung zum Elektroniker Energie und Gebäude im Bildungszentrum Elektrotechnik BZE vermittelt. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine Berufserfahrung im Elektro-Bereich von mindestens drei Jahren. Für Herrn Alhanna hat es sich außerdem positiv ausgewirkt, dass er in einem deutschen Betrieb den Arbeitsbereich der Elektronik kennen lernen konnte. In dem Vorbereitungskurs holte er die ihm zum Gesellenbrief fehlenden Kenntnisse nach und legte im Juli 2017 erfolgreich seine Gesellenprüfung als Elektroniker Energie und Gebäude ab. Fachkräfte im Elektrobereich werden gesucht. Mit dem Gesellenbrief erfüllt Herr Alhanna nun die fachlichen Voraussetzungen, um als vollwertiger Elektroniker zu arbeiten und nicht nur als Elektrohelfer. Da er zudem sprachlich überzeugen konnte, bekam Herr Alhanna direkt im Anschluss einen Arbeitsplatz als Elektroniker bei der Horst Busch Elektro-Technik GmbH in Hamburg. Damit hat er einen Beruf mit Zukunft und kann sich fachlich weiter entwickeln: Ein berufsbezogener Deutschkurs stellt hierbei den ersten Schritt dar. Außerdem finden jedes Jahr elektrotechnische Schulungen im Betrieb statt. 

Von links: Patrick Nolte (Horst Busch Planung, Personal & Technik GmbH & Co.KG), Raed Alhanna, Bettina Ehrhardt (W.I.R) und Oliver Seib (Horst Busch Gruppe)

Mit der Horst Busch Gruppe hat Herr Alhanna einen interkulturell eingestellten Arbeitgeber an seiner Seite. Oliver Seib, Geschäftsführer der Horst Busch Gruppe, und Patrick Nolte, Personaldisponent, finden beide: Es ist wichtig, geflüchtete Fachkräfte zu unterstützen und ihnen eine Chance zu geben. Daher gibt es in Unternehmen der Horst Busch Gruppe regelmäßig Ausbildungsplätze für Zugewanderte. Auch berufserfahrene Elektroniker werden von der Horst Busch Gruppe unterstützt. In diesem Kontext entstand auch der Kontakt zwischen Mission Zukunft und der Horst Busch Gruppe: Auf dem „Marktplatz der Begegnungen“, einer Messe für Hamburger Unternehmen und Geflüchtete, kam es zu einem ersten Austausch. Seither ist die Horst Busch Gruppe regelmäßig auf der Arbeitgeberbörse der Aktionswochen des Projekts Mission Zukunft vertreten.

Herr Alhanna ist glücklich über die Entwicklung und seine Entscheidung für die Elektronik. Die Alternative wäre die Anerkennung seines Studienabschlusses gewesen, ein langer und mühsamer Weg. Für den Syrer ist es wichtig, zeitnah arbeiten zu können, um in Deutschland anzukommen und sich zu Hause zu fühlen.